Mehr Abgaben und weniger Geld

Weniger Netto vom Brutto: Wer von der Steuerreform 2025 besonders betroffen ist

  • Juliane Reyle
    VonJuliane Reyle
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Die Steuerreform sorgt nicht bei jedem Arbeitnehmer für mehr Netto vom Brutto. Für manche bedeutet es im neuen Jahr auch weniger Geld.

Ab 2025 müssen viele deutsche Haushalte mit weniger Geld in der Tasche und auf dem Konto rechnen. Besonders betroffen sind Single-Haushalte und Alleinerziehende, wie aus einer Berechnung des „Instituts der deutschen Wirtschaft“ (IW) hervorgeht.

Eine Analyse zeigt, warum die Belastungen steigen und wie die geplanten Entlastungen der ehemaligen Ampelkoalition dagegen kaum ankommen. Wann und warum bekommen Alleinerziehende und Singles ab 2025 weniger Brutto vom Netto? echo24.de fasst zusammen.

Neue Steuerregelung ab 2025: Warum sinkt das Netto?

Hauptursachen für die geringere Nettoauszahlung im neuen Jahr sind steigende Sozialabgaben und der erhöhte CO2-Preis. Ab Januar 2025 werden die Beiträge für Kranken- und Pflegeversicherung sowie die Kosten für Energie weiter steigen. Gleichzeitig greifen steuerliche Entlastungen und Kindergelderhöhungen erst später, da der Bundestagsbeschluss wohl zu spät erfolgt.

Weniger Geld nach Steuerreform: Single-Haushalte und Alleinerziehende betroffen

Während Familien mit zwei Einkommen und Kindern durch Kindergeld und Steuerfreibeträge leicht entlastet werden, könnten Single-Haushalte und Alleinerziehende ab 2025 deutlich stärker belastet werden.

Beispielrechnung für Singles mit 50.000 € Bruttojahreseinkommen:

  • Mehrbelastung Krankenkasse: -200 Euro im Jahr
  • Mehrbelastung Pflegeversicherung: -50 Euro im Jahr
  • CO₂-Preis: -61 Euro im Jahr
  • Steuerentlastung: +78 Euro im Jahr/Jahr
  • Entlastung durch kalte Progression: +195 Euro im Jahr

Insgesamt ergibt sich für diesen Single-Haushalt ein Minus von 38 Euro im Jahr. Für Haushalte mit höherem Einkommen oder Kindern fällt die Bilanz etwas günstiger aus, wie die Berechnungen des „Instituts der deutschen Wirtschaft“ (IW) zeigt.

Mehr Geld durch Steuerreform: Familien profitieren, doch nicht genug

Familien mit Kindern erhalten 2025 rückwirkend mehr Kindergeld und profitieren von Steuererleichterungen. Dennoch gleichen die Maßnahmen die gestiegenen Sozialabgaben und Energiepreise nur teilweise aus. Besonders Haushalte mit einem Bruttojahreseinkommen über 90.000 Euro müssen mit einem Minus rechnen, wie aus den Berechnungen des „IW“ hervorgeht.

Steuerreform ab 2025: Warum die Änderung zu spät kommt

Die ehemaligen Regierungsparteien SPD, Grüne und FDP haben sich auf Steuerentlastungen geeinigt, die allerdings erst nach dem Jahreswechsel wirksam werden. Unter anderem sollen der Grundfreibetrag und das Kindergeld erhöht werden. FDP-Fraktionschef Christian Dürr forderte eine rasche Verabschiedung der Beschlüsse. „Ein schneller Beschluss, noch in der kommenden Woche, wäre ein wichtiges Signal für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer“, sagte Dürr am Sonntag der Nachrichtenagentur „AFP“.

Ohne zusätzliche Entlastungen wird das Jahr 2025 für viele Haushalte zu einer finanziellen Herausforderung. Insbesondere Singles und Alleinerziehende sind von den Belastungen betroffen. Ob die geplanten Maßnahmen der ehemaligen Ampelkoalition ausreichen, bleibt abzuwarten. Klar ist: Die Mehrheit der deutschen Haushalte wird sich auf spürbare Einschnitte einstellen müssen.

Rubriklistenbild: © Collage: echo24.de, Fotos: IMAGO/ Zoonar, IMAGO/ Photothek

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